Internationale Judo Championships 2019 in Polen

Am Wochenende vom 23./24. November 2019 fanden in Oleśnica (Polen) die „7. Internationalen Judo Championships, in der Hala Sportowa Okr Atol statt.

Diesen hochkarätig besetzten Wettkampf besuchten über 550 Judoka aus acht Nationen. Nebst Kanada, Tschechien, Niederlande, Luxembourg, Ukraine, Deutschland und unseren Athletinnen und Athleten aus Liechtenstein, stellten vor allem die Gastgeber Polen ein hochmotiviertes Team.

Die Athletinnen und Athleten vom Liechtensteiner Judoverband kamen am Freitag – nach einer entspannten Reise – für die Abwaage und Auslosung an. Dort erfuhren sie, dass die Veranstalter kurzerhand die Kategorien geändert hatten und dass aus der U17 eine U18 gemacht wurde. Die U20 wurde schliesslich zu einer U21, was nun hiess, mit deutlich älteren Konkurrenten zu kämpfen – organisatorisch sehr schlecht geplant. Über Nacht wurden sogar noch zwei Gewichtsklassen wieder umsortiert, so dass ein einziges Durcheinander entstand.

Am Samstag begann das Turnier für Max Mehser U21 (-73kg). Den ersten Kampf gegen den Tschechen Lukas Ludra gewann er hochmotiviert. Gegen Adam Majewski aus Polen hatte er deutlich mehr Schwierigkeiten und verlor dort den zweiten Kampf. Raphael Bicker (-73kg) gewann souverän den ersten Kampf gegen Stanislaw Bogusz musste sich dann aber beim zweiten Kampf dem Polen Adrian Kasinski geschlagen geben. Max und Raphael duften noch in die Trostrunde, konnten diese aber nicht für sich entscheiden.

Lisa Göldi (U18 -48kg) war mit sieben Konkurrentinnen in einer Kategorie, die alle mehr als 2 ½ bis 3 Jahre älter waren als sie selber. Diese Situation war für die junge Athletin besonders schwer, sie zeigte aber zwei sehr engagierte Poolkämpfe, fightete nach ihren Möglichkeiten und verlor schlussendlich gegen die viel älteren Gegnerinnen. Positiv zu werten ist die Erfahrung, die sie hier sammeln konnte.

Dario Alfonso (-60kg) musste gegen Filip Bielinski (ein zwei Jahre älterer Pole) kämpfen. Dario konnte super angreifen und körperlich top mithalten. Am Schluss reichte es aber nicht für einen Sieg. Da Bielinski Poolsieger wurde, konnte Dario nochmals antreten und hatte Daniel Vorisek (Polen) zum Gegner. Leider verletzte er sich während dem Kampf am Knie und musste seinem Gegner den Sieg überlassen.

Am Sonntag kämpfte Max Mehser gegen den körperlich starken Polen Dawid Zalas. Es war ein super Kampf auf Augenhöhe, Max machte dann aber einen entscheidenden Fehler und das Turnier war für ihn vorbei.

Raphael Bicker erging es nicht besser. Er trat gegen den Tschechen Radomir Musil an, der ganze drei Jahre älter war. So sehr er sich bemühte dagegenzuhalten, die drei Jahre Erfahrungen hatte der Tscheche voraus und Raphael verlor. Da sein Gegner weiterkam, dufte Raphael nochmals in der Trostrunde antreten, diesmal gegen den Polen Bartosz Pawlicki. Pawlicki mit Jahrgang 2000 war dem viel jüngeren Raphael überlegen und gewann in kürzester Zeit, auch wenn Raphael tapfer dagegenhielt. Tristan Frei, der durch eine leichte Verletzung eingeschränkt war, kämpfte gegen den kräftigen Tschechen Martin Mimra und verlor leider diesen Kampf.

Bei der U21 kämpfte Mareen Hollenstein -70kg und war dort zweitjüngster Jahrgang. Sie trat an gegen die Polin Katarzyna Sobierajska und kam dann durch sie in die Trostrunde. Dort traf sie auf Susanna Zozhowska aus der Ukraine – mit einem ausgeglichenen Kampf konnte sie dort punkten und holte sich den Sieg. Im dritten Kampf gegen Agata Palka aus Polen verlor sie und erreichte nach einem langen harten Kampf den 7. Schlussrang.

Im Final U18 trat Mareen gegen Konstancia Peraiska aus Polen an und gewann hochmotiviert. Im zweiten Kampf konnte sie die Tschechin Anna Vycpalkova bezwingen und schaffte es ins Halbfinale. Dort traf Mareen auf die Tschechin Lucie Pustejovska, kämpfte konzentriert und schaffte es so ins Finale.

Lea Wyss (Jg. 2005), die jüngste Athletin in der U18 (-70kg) kämpfte zuerst gegen Nina Ciesielska (Polen) und besiegte diese, verletzte sich aber dabei am Ellbogen. Danach sollte sie gegen die Polin Zuzanna Banaszek kämpfen. Diese trat nicht an und so gewann Lea Forfait. Nun stand sie gegen ihre Clubkollegin Mareen im Finale.

Dort gab es zuerst eine coole Show, dann kam der spannende Teil mit dem Kampf «Lea gegen Mareen». Diese legte vor und es sah nach einem Sieg ihrerseits aus. Lea, die am Ellenbogen verletzt war, rappelte sich aber nochmals auf, nahm ihren ganzen Mut zusammen, konnte Mareen schlussendlich bezwingen und dufte die Goldmedaille entgegennehmen. Mareen wurde stolze Zweite und erhielt die verdiente Silbermedaille.

Raphael Bicker, Dario Alfonso und Tristan Frei flogen am Sonntagabend zurück nach Hause und Mareen Hollenstein, Lisa Göldi, Lea Wyss und Max Mehser bleiben bis Mittwoch im Trainingslager – zusammen mit Nationalcoach Holger Scheele. Alex Mehser steht Holger zudem noch als «rechte Hand» zur Seite in den nächsten Tagen 😊 herzlichen Dank dafür, Alex!